Bei vielen Personen bestimmen Halbwissen und Vorurteile statt Fakten ihr Bild über Dubai. Wir präsentieren euch zehn interessante Fakten über Dubai, mit denen ihr vermutlich nicht gerechnet habt!

1. Entgegen anderslautender Berichte hat Dubai eine Kanalisation

Die Strahlkraft Dubais ist ungebrochen. Glitzernde Fassaden von Wolkenkratzern sprechen für technischen Fortschritt und luxuriösen Lebensstandard. So verwundert es nicht, dass vor einigen Jahren Berichte von kilometerlangen Staus von „Poop Trucks“ auf der Al Awir Road großen Anklang fanden. Diese waren tatsächlich mit Fäkalien aus der Stadt beladen, die zum Klärwerk gebracht wurden. Es wurde behauptet, Dubai hätte keine Kanalisation, sodass der Einsatz dieser LKWs unvermeidbar sei. In der Tat hat es Dubai in den Jahren vor dem rasanten Wachstum versäumt, beim Ausbau der Kanalisation und der Klärwerke Schritt zu halten. So konnten einzelne Gebäude oder abgelegene Stadtteile nicht sofort an die Kanalisation angeschlossen werden. Dies machte kurzzeitig den Einsatz der Trucks nötig. Die Probleme wurden mittlerweile durch den massiven Ausbau der Kanalisation und der Klärwerke gelöst. Die Aussage, Dubai hätte keine Kanalisation, ist also ein Mythos!

2. Leerstand vieler Wohnungen

Seit Jahren werden in Dubai Wolkenkratzer in kürzester Zeit aus dem Boden gestampft. Billiglöhner aus Bangladesch, Pakistan und anderen Dritte-Welt Ländern schuften unter harten Bedingungen, um günstig neue Gebäude zu errichten. Plan der Regierung von Dubai ist es, ausländische Firmen aber auch Privatpersonen nach Dubai zu locken. Doch so richtig gelingt das noch nicht: Ein beachtlicher Teil der Wohn- und Büroflächen in Dubai steht leer.

So standen 2013 45% aller Bürogebäude leer1. 2015 stehen 20% aller Privatwohnungen leer2. Dies liegt aber meist nicht daran, dass sie nicht verkäuflich oder vermietbar wären.
Viele Gebäude sind reine Spekulationsobjekte zur Wertanlage von Investoren und werden auch nicht vermietet. Einige Wohnungen werden nur als Winterresidenz genutzt und stehen den Großteil des Jahres leer. Manche Hochhäuser liegen so schlecht, dass sie wohl niemals bezogen werden. Es bleibt abzuwarten, wie Dubai diese Probleme löst – auf jeden Fall ein verdienter Platz 2 in unseren Fakten über Dubai!

3. Dubai ist längst unabhängig vom Öl

Im regen Austausch mit Kollegen, Freunden und Familie hört man immer wieder den Vorwurf, dass die Araber komplett abhängig von Öl & Gas wären. Nach dem Aufbrauchen der Ölvorräte würden diese Länder dann in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Dies entspricht definitiv nicht den Fakten! Auch wenn der bisherige Reichtum Dubais ohne jeden Zweifel auf Öl und Gas zurückzuführen ist, ist das Emirat längst nicht mehr abhängig davon. Weniger als 5% der Wirtschaftsleistung werden noch durch Öl erzielt. Wichtigste Wirtschaftsfaktoren sind Handel, Tourismus, Bau, Wohnungsmarkt und der Finanzmarkt. Als politisch stabiles Land spielen die VAE auch im Flugverkehr als Drehkreuze eine entscheidende Rolle.

Im Gegensatz zu den Nachbarländern Saudi Arabien (> 50% Öl/Gas) und Katar (~ 33% Öl/Gas) hat Dubai schon früh die Problematik erkannt und clever in die Zukunft investiert. Dubai wird auch nach der Zeit des Öls wirtschaftspolitisch eine wichtige Rolle in der Welt einnehmen.

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4. Falken als Sitznachbarn auf Flügen

Platz 4 unserer Fakten über Dubai besetzen die anmutigen Raubvögel der Scheichs. Bei arabischen Airlines ist es nicht ungewöhnlich, dass Falken in der Passagierkabine mitfliegen. Falken gelten in den Middle East Ländern als Statussymbol und haben sogar einen eigenen Reisepass. Wer beispielsweise von Dubai nach Abu Dhabi oder nach Saudi Arabien fliegt, hat eine gute Chance, Falken zu sehen. Bei den meisten Flügen von und nach außerhalb Arabiens müssen die Falken jedoch im Käfig im Frachtraum verstaut werden.

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5. Dubai führte erst 2015 ein standardisiertes Adresssystem ein

Ein funktionierendes Adresssystem für den Post- und Paketversand ist für unsere Gesellschaft eine absolute Selbstverständlichkeit. Dubai hat es tatsächlich erst 2015 geschafft, ein einheitliches System aus Postleitzahlen, Straßennamen, Gebäudenummern und Etagen zu etablieren. Benannt nach „Makani“, was so viel wie „mein Ort“ bedeutet, gehören Konversationen wie „Nach der Garage die zweite rechts. Sehen Sie das Haus mit der blauen Fassade? Nein? Sehen Sie rechts den weißen Toyota? Wo genau stehen Sie jetzt?“ nun der Vergangenheit an. Auch Lieferdienste, Taxis und Uberfahrer, denen man bisher den Weg zu weniger bekannten Zielen mit Google Maps zeigen musste, dürften aufatmen. Die aufgrund des fehlenden Adresssystems allgegenwärtigen P.O. Boxes an zentralen Poststellen werden ebenso bald der Vergangenheit angehören.

6. Dubai kennt so gut wie keine Steuern

Durchschnittsverdiener aber auch Gutverdiener ärgern sich in Deutschland gleichermaßen über ihre hohen Lohnsteuerabzüge und wie wenig im Allgemeinen vom Brutto übrig bleibt. In Dubai gibt es keine Einkommenssteuer. Zudem gibt es keine Erbschaftssteuer. Doch nicht nur für Privatleute ist Dubai aus steuerlicher Sicht interessant. Das Emirat erhebt auch für Unternehmen keine Unternehmens- oder Körperschaftssteuer. Dies soll in erster Linie ausländische Unternehmen anziehen.
Entscheidend für die Steuerfreiheit von Privatpersonen mit deutscher Staatsbürgerschaft ist jedoch, dass der Hauptwohnsitz nachweisbar in Dubai liegt. Ob 40-50°C im Sommer jedermanns Geschmack sind, darf bezweifelt werden…

7. „The World“ versinkt langsam im Meer

Im Gegensatz zu Palm Island, auf der mittlerweile alle Flächen verkauft und fast alle bebaut sind, droht das Prestigeprojekt „The World“ ein Desaster zu werden. Das Gerüchten zufolge 14 Milliarden $ teure Projekt wurde 2003 gestartet. The World ist ein künstlich angelegtes Archipel bestehend aus 300 Sandinseln, die die Form einer Weltkarte bilden. Die Inseln sind nach Ländern benannt. Insgesamt sollen 321 Millionen m³ Sand zur Inselaufschüttung verwendet worden sein. Fakt ist: Durch die Finanzkrise 2007 kamen die Bauarbeiten ins Stocken. Mittlerweile sind die engen Meerespassagen zwischen einzelnen Inseln völlig versandet, sodass viele Inseln sich zu undefinierbaren Sandflecken zusammengeschlossen haben. Obwohl schon 2008 mehr als 60% der Inseln verkauft waren, werden derzeit nur 2 aktiv genutzt. Der nächste Flop steht übrigens kurz bevor: Für die zweite künstliche Palmeninsel (Palm Jebel Ali), bei der 2002 der Bau begonnen hat, sind nach wie vor keine Pläne für die weitere Erschließung geplant. Die Insel liegt zu nah am Industriegebiet und Hafen, zu weit vom Zentrum entfernt und ist daher eher uninteressant für Hotels und Villen.

8. 85% der Bevölkerung Dubais sind „Expats“

Dubai ist eine extrem internationale Stadt und gilt als Schmelztiegel der Kulturen. Hier treffen die arabische, westliche und asiatische Welt aufeinander, was sich auch beim vielfältigen Essen in Dubai widerspiegelt. Es gehört auf jeden Fall zu den interessantesten Fakten Dubais, dass ein großer Teil der dort lebenden Bevölkerung Immigranten sind. Noch in den 50ern war Dubai eine Kleinstadt mit kaum mehr als 20.000 Einwohnern. Die meisten von ihnen waren vorher Nomaden. Mit dem Öl kamen die Unternehmen und mit den Unternehmen die Menschen. 2019 zählte Dubai etwa 2,8 Mio. Einwohner, der Großteil davon Inder, Pakistanis und Bangladeschis.

9. Dubai erhielt erst 2009 eine Metro

Niedrige Löhne für Taxifahrer und günstige Spritpreise trugen dazu bei, dass Dubai eine Autostadt war und bis heute auch (noch) ist. Doch den Scheichs ist längst bewusst, dass die Kapazitäten auf den Straßen bald erschöpft sind und ein hohes Verkehrsaufkommen auch zu Smog führt. So wurde 2009 nach gut vierjähriger Bauzeit die rote Linie der Metro eröffnet. Diese wurde in den kommenden Jahren um einige Haltestellen erweitert. Sie verläuft heute durch die ganze Stadt und verbindet den südlichsten Stadtteil Jebel Ali mit dem Flughafen. Die grüne Linie verbindet den Creek mit den äußersten nördlichen Stadtteilen Deiras. Die oberirdisch verlaufende Metro mit ihren futuristischen Stationen ist an und für sich schon eine kleine Sehenswürdigkeit. Die Preise sind moderat, die Metro selbst gilt als sehr zuverlässig.

10. Dubai besitzt die am besten motorisierte Polizeifahrzeugflotte der Welt

Der Wohlstand des Emirates drückt sich auch in der Fahrzeugflotte der Polizei aus. So finden sich darin unter anderem Autos der Marken Brabus, McLaren, Ferrari, Lamborghini, Aston Martin und sogar ein Bugatti Veyron. Benzinpreise um die 50 Cent pro Liter stellen nicht unbedingt einen Reiz für eine umweltfreundlichere Flotte dar. Und eine Touristenattraktion wären die Polizeiautos dann auch nicht mehr.

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